Die Krötenwanderung geht los...

Zum Beginn der diesjährigen Krötenwanderung erinnern wir uns an die „Amalienruher Kröten“ aus 2020. In diesem Sommer wurde mitten in der Corona-Pandemie in Amalienruh ein Kinofilm gedreht: „Willi und die Wunderkröte“

Kröten mit goldenen Augen - Krötenwanderung in Amalienruh
Kröten mit goldenen Augen - Krötenwanderung in Amalienruh

Trailer: Willi und die Wunderkröte

Trailer: Willi und die Wunderkröte

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Ich saß auf unserem Bagger und war dabei, den Ententeich zu vergrößern, als die Filmleute auftauchten und mich fragten, ob sie den halb fertigen Teich für ihr Vorhaben nutzen könnten. Es sollte ein Film mit Willi Weitzel, den meisten bekannt aus der Serie „Willi wills wissen“ werden. Ein kleines Mädchen kümmert sich um einen Dorfteich und seine Bewohner, die Frösche. Dieser Teich wird später von einem Großbauern aus dem Dorf zugeschüttet, weil der ihm mit seinem Riesentraktor buchstäblich im Weg ist. Der Film ist Teil eines großen Projektes „Frogs and friends“ (http://wild-at-home.com/).

Vor wenigen Jahren hatten wir zusammen mit dem Naturschutz in der Nähe des Sägewerkes einen großen Teich angelegt als Laichgebiet für Laubfrösche. Das hatte nur wenig Aufmerksamkeit bewirkt aber da konnten nun die Pflanzen für den Filmteich geholt werden. Weil über die Dreharbeiten in der Zeitung berichtet wurde und auch viele Kinder der Umgebung im Film mitmachten, wuchs das Interesse für Frösche und Amphibien enorm. Der Film hat für den Amphibienschutz vielleicht mehr bewirkt als Naturschutzgesetze.

Normalerweise sagt sich hier Fuchs und Hase gute Nacht, aber wenn ein Film gedreht wird, ist es das genaue Gegenteil, dann steht alles Kopf.
Vor dem eigentlichen Drehbeginn hatte der Szenenbildner mit seinen Handwerkern gut einen Monat mit Vorarbeiten zu tun. Das Gut wurde in ein Dorf verwandelt, mit Feuerwehr, Marktplatz, Bushaltestelle, Autoreparaturwerkstatt, Bäckerei, Gastwirtschaft usw. Eine dreißig Meter hohe Hebebühne diente als Befestigung für Scheinwerfer, als Kamerastandort und zur Installation eines künstlichen Mondes. Ein großes Zelt für die Essenversorgung wurde vom Caterer aufgestellt, verschiedene Räume als Drehorte vorbereitet und der Saal im Schloss von den Maskenbildnern bezogen. Endlich verlegte noch eine Elektrofirma dicke Stromkabel vom Transformatorturm ins Dorfzentrum.

Ein Film-“Set“ ist fast wie eine Großfamilie auf Zeit. Alle arbeiten mit Hingabe an einer gemeinsamen Aufgabe. Ständig gibt es kleinere und größere Probleme, die schnell und oft unkonventionell gelöst werden müssen. Das geht nur mit Eingehen aufeinander und perfekter Zusammenarbeit. Höflichkeit, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit erlebten wir bei allen Beteiligten. Immer. Das hat uns Hofbewohner natürlich sehr beeindruckt und wir waren mit Freude dabei. Auch die Gemeinde Sülzfeld und die Stadt Meiningen sowie viele Firmen und Einzelpersonen haben zum Gelingen dieses Werkes beigetragen. Die Hofkinder mussten sich an den „Rummel“ erstmal gewöhnen aber bald waren auch sie Teil des „Sets“ und hielten tapfer durch, auch wenn eine Szene fünfmal widerholt werden musste. Das Gleiche galt für unsere Handwerker. Sogar die Hoftiere, Pferde, Rinder, Katzen und Hühner spielten ihre Rollen im Film.

Der Regisseur Markus Dietrich eröffnete den Dreh damals mit den Worten: „Lasst uns einen Film drehen, der den Kindern das gibt, was damals unsere Leitbilder waren.“

Das waren Pippi Langstrumpf, Michel aus Löneberga, Immenhof und viele andere mehr. In unserer Kindheit inspirierten uns diese Filme, wir gingen raus im Dorf und spielten, matschten im Bach, bauten Hütten und vieles mehr. Vieles davon ist für Kinder heute im Zuge der Digitalisierung und schnellen Veränderung unserer Umwelt in Vergessenheit geraten.

Es begann ein großes Abenteuer über sechs Wochen!

https://www.williweitzel.com/de/film-und-fernsehen/kino/

veröffentlicht: Carl-Heinz Buck, Freitag, 17.02.2023

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